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Wasserburg Ollendorf

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Die Wasserburg Ollendorf ist ein vergessenes Kleinod in der direkten Umgebung Weimars.

Im Mittelalter fanden hier die Reisenden auf dem Königsweg eine sichere Übernachtungsstätte, später wurde sie als landwirtschaftliches Kammergut verpachtet und genutzt.

Heute bildet das gesamte Ensemble ein lohnenswertes Ausflugsziel auf einem Kurztrip durchs Weimarer Land und einfache Unterkünfte für mehrtägige Übernachtungen (z.B. Seminare) sind auch vorhanden.

Geschichte der Wasserburg Ollendorf

Wasserburg Ollendorf

Wasserburg Ollendorf

Im Mittelalter von den Grafen von Gleichen erbaut, diente diese Niederungsburg lange Zeit als Geleitburg für die Reisenden der via regia, des Königsweges in Thüringen.
Schon im 15./16. Jahrhundert verlor sie aber ihre ursprüngliche Bedeutung. Aufgrund des Funktionswandels wurde sie mehrmals umgebaut. Ein großer Brand machte es nötig, dass Ende des 17. Jahrhunderts das Herrenhaus im einfachen ländlichen Barock neu errichtet werden musste.
Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude dienten zu DDR-Zeiten als Verwaltungs- und Lagergebäude, doch standen sie seit den 1970er Jahren leer und wurden dem Verfall preisgegeben.
Ende der 1990er Jahre wurden mit EU Fördermitteln einige Instandhaltungs- und Sicherungsmaßnahmen duchgeführt (Böschungssicherung, Ausbaggerung des Burggrabens und Teichs, Baum- und Gehölzpflanzungen etc.). Der Zustand des Burgareals ist dennoch stark verbesserungswürdig.

Aufbau der Burganlage

Die Zugang zur Wasserburg führt durch die Toreinfahrt des Kulturspeichers. Auf dem Speicherhof standen ein alter Barkas Transporter und ein Traktor, Baujahr 1978.

Wasserburg Ollendorf Zugbrücke und Burgtor

Burgtor und Zugbrücke

Die Wasserburg selbst wird durch ein unregelmäßiges Gebäude-Viereck gebildet, das von einem mit Wasser gefüllten Burggraben umgeben ist. Der Burggraben erweitert sich an der Rückseite zu einem kleinen Teich. Die ehemalige Zugbrücke ist seit dem 19. Jahrhundert fest durch gemauerte Rundbögen verankert und sieht heute wenig vertrauenserweckend aus. An einer Ecke sieht man die notdürftig gesicherten Fundamente eines auskragenden Eckturms.
Zur Wasserhaltung gehört noch eine Teichanlage in 60 Metern Entfernung, die über ein Balkenwehr gesichert ist. Ein kleiner Bach entwässert von dort in den tiefergelegenen Burggraben. Die Westseite der Burganlage ist durch eine alte Mauer gesichert, die an einigen Stellen durchbrochen ist. Hinter der Mauer erstrecken sich bereits die Felder und anderen landwirtschaftlichen Nutzflächen.
Ein Großteil der Fassade ist eingerüstet und ein Teil des Daches vom Herrenhaus durch Metallabdeckungen vor dem Regen geschützt. Dennoch sieht man die Spuren des Verfalls deutlich und es hat auch nicht den Eindruck, als ob die Sanierung mit Hochdruck vonstatten geht.
Sehr schade um diese Burganlage, denn es macht alles einen wirklich gefälligen Eindruck.

Übernachten in der Wasserburg Ollendorf

Heute wird es offenbar vom Arbeitskreis Denkmalpflege e.V. und OpenHouses e.V. als Seminar-, Tagungs- und Übernachtungsstätte genutzt, wobei der Schwerpunkt wohl auf Übernachtung liegt.

Es stehen 35 Betten in 8 Schlafräumen zur Verfügung (2*2, 2*3, 2*4, 1*6, 1*8 Zimmer). Es lassen sich auch Zelte für 100 Personen aufstellen. Zusätzlich sind 2 Gruppenräume für 300 und 40 Personen vorhanden.

Selbstverpflegung oder Vollverpflegung auf Anfrage sind möglich.

Als Übernachtungspreis wird bei Selbstverpflegung pro Person ab 7 € gerechnet.

Der Gebäudekomplex wird als idyllisch beschrieben – er wirkt meiner Meinung nach eher etwas abgerockt und rustikal, hat aber in dieser Verfassung auch etwas Reizvolles. Nur sollte man nicht den Standard eines gehobenen Landhotels erwarten, dafür ist der Landgasthof an der Dorfstrasse da.
Nach Weimar und Erfurt ist es nicht weit (sofern man motorisiert ist) und Ollendorf selbst kann man als eher unaufgeregt beschreiben. Vor allem der Standort der Wasserburg am Dorfrand garantiert die nötige Ruhe.

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