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Besichtigungsstätte im Travertin-Steinbruch Ehringsdorf

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Im Travertin-Steinbruch von Ehringsdorf können Sie eine offengelassene ärchäologische Ausgrabungsstelle besichtigen.

Der Travertinsporn, welcher die Grabungsstätte begrenzt.

Travertinsporn

Um zu erklären, weshalb dieser Platz für die archäologische Forschung so wichtig war, müssen wir etwas in der Zeit zurückgehen. Vor etwa 120.000 Jahren waren die versumpften Travertin-Senken des heutigen Ehringsdorfs ein beliebter Jagd- und Rastplatz der Neanderthaler. Sie machten Jagd auf große Säugetiere wie z.B. das Wald-Nashorn und hinterließen Feuerstellen, Tierknochen und Werkzeuge aus Feuerstein.

Durch den bereits im 18. Jahrhundert einsetzenden Traverteinabbau hat man immer wieder versteinerte Pflanzen- und Knochenreste gefunden. Es dauerte aber noch eine gewisse Zeit, bis man die Bedeutung dieses Ortes für die anthropologische Forschung richtig einzuschätzen verstand. Seit man ab 1908 auch Überreste steinzeitlicher Menschen (des berühmten Ehringsdorfer Urmenschen) gefunden hatte, wurden die Fundorte als ein geschütztes Grabungsfeld für die archäologische Wissenschaft ausgewiesen. Der Betrieb des Steinbruchs musste sich damit arrangieren.

Die große Infotafel vor der Travertinwand erläutert den Sinn der Grabungsstätte.

große Infotafel

Infotafeln stilecht auf Travertinbrocken angebracht

Travertinbrocken

Im Schatten der Travertinwand

Travertinwand

Weiterer Blick auf den Travertinsporn. Höhe der Schicht: etwa 13 Meter

Travertinsporn

Interessierten Besuchern wurde das Freigelände in der heutigen Form 2009 zugänglich gemacht. Neben einem Sitz- und Rastplatz (natürlich mit Sockeln aus Travertin) wurden Infotafeln zur geologischen Entstehung, zum Leben der Urmenschen, zur Flora und Fauna der Frühzeit und zu den freigelegten und geborgenen Artefakten errichtet. Besonders eindrucksvoll ist die im Westen steil aufragende Travertinwand mit der Wasserstelle davor. Man fühlt sich nach Bad Segeberg bzw. in einen Western von Karl May versetzt.

Wie Sie zum Freigelände gelangen

Ehringsdorf ist zusammen mit dem angrenzenden Ober-Weimar ein Weimarer Ortsteil. Das bedeutet, es ist sogar fußläufig zu erreichen. Sie können beispielsweise durch den Ilmpark über Oberweimar mit seinem Bienenmuseum in Richtung der Brauerei Ehringsdorf (die in derselben Straße liegt) wandern oder wahlweise mit dem Bus bis zum Schloß Belvedere (oder Haltestelle „An der Trift“) fahren und von dort zum Steinbruch laufen.

Vor der Wand sammelt sich das Wasser in einer Senke und ermöglicht üppiges Pflanzenwachstum.Der Zugang ist zwar ausgewiesen, aber auch erst ab wenigen Metern vor dem Freigelände. Wenn Sie aus der Richtung Oberweimar kommen, gehen Sie im Hainweg an der Brauerei (linkerhand) und dem Firmengelände der ibu-tec (rechterhand ) vorbei. Nach der Firma TRACO (die wohl noch etwas Travertin-Abbau betreibt), geht verläuft rechts einbiegend am Zaun des Firmengeländes ein kleiner Trampelpfad, der Sie zum Freigelände bringt. Wenn Sie photographieren wollen, empfiehlt sich aufgrund des Sonnenstandes die erste Tageshälfte.

Den Ausflug nach Ehringsdorf sollten Sie mit einem Besuch der Marienkirche, der Kipperbrücke und dem Park Belvedere sowie dem Hainturm verknüpfen.

Weitere Impressionen vom Freigelände im Steinbruch Ehringsdorf

Sitz- und Rastplatz auf dem Freigelände

Sitz- und Rastplatz

Blick auf die Travertinwand

Travertinwand

Der angrenzende Steinbruch. Vom Freigelände aus nicht zugänglich.

Steinbruch

3 Kommentare

  1. „Besichtigungsstätte im Travertin-Steinbruch Ehringsdorf“ liest sich erst einmal toll und man ist voller Spannung etwas zu entdecken. Denkt man aber einmal darüber nach, dass zu DDR Zeiten viele Familien ihr Zuhause und damit ihre Existenz verloren haben, damit ein hässlicher Steingraben entstehen kann, verliert die Überschrift ganz schnell seinen Glanz.
    Ichhabe als Kind im Triftweg 7 gelebt. Da gab es schon Sprengungen und die schweren LKWs donnerten jeden Tag am Haus vorbei. Dann eines Tages wurden wir Zwangsenteignet, weil unser Haus und Grundstück im Weg stand. Ganze Landstriche wurden weggesprengt und riesige Löcher entstanden. Am Ende sah es dort aus wie auf dem Mond… nur Krater.
    Der schöne Glanz von Ehringsdorf ist Geschichte, denn die tolle Landschaft ist nicht mehr. All die schönen Gartenanlagen, die neben unserem Haus standen…

    Freut euch der Mondlandschaft.

  2. Sehr Informativer Beitrag! Durch solche Steinbrüche vernichtet man leider auch archäologische funde die sehr wertvoll für die anthropologie sein können.